Andis Andersartige Ansichten

I had a dream

November 11, 2009 · 1 Kommentar

Meine Träume sind ja in der Regel derart beschaffen, dass sie zwar, während ich sie träume, Sinn zu ergeben scheinen, doch sobald ich aufwache und sie zu rekonstruieren versuche, in immer unzusammenhängendere Fragmente zerfallen; und meine Versuche, die mir im Traum noch logisch erschienenen Verbindungen zwischen diesen zu konstruieren, werden mit der verstrichenen Zeit immer hoffnungsloser. Es ist tasächlich ein wenig so, als wenn ich beim Aufwachen aus einer Realität zurückkehrte, in der schlicht andere Gesetze gelten, und deren Geschehnisse im Wachzustand bedeutungslos, zumindest aber unsinnig sind.

Trotzdem will ich Euch aber von einem Teil meines Traums heute Nacht erzählen, den ich besonders interessant finde, und der mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Ich hoffe, ihm bei der Rekonstruktion möglichst treu zu bleiben. Weiterlesen →

→ 1 KommentarKategorien: Gesellschaft
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Der einzige mögliche Glaube

November 5, 2009 · 13 Kommentare

So viel ist in den letzten Wochen in der Welt passiert, wozu ich hätte bloggen sollen, aber so wenig, wozu ich bloggen wollte – es ist alles nur negativ, und was bringt es schon, immer wieder darüber zu jammern? Da sind die Terroranschläge im Irak, in Afghanistan und in Pakistan, die beweisen, dass es im Umgang mit Al-Qaida oder den Taliban für den Westen letztlich nur darum geht, ob man sie durch militärische Präsenz und Widerstand zum Morden ermutigt, oder ob man sie durch Nichteinmischung und Gewährenlassen zum Morden ermutigt. Da ist das unvermeidliche Auffliegen der Steuersenkungslüge unserer schwarzgelben Regierung, die völlig überraschend nach genauer Analyse der Haushaltssituation nach und nach zu der Einsicht gelangt, dass eigentlich gar kein Geld dafür da ist. Da ist die Pleite von Quelle, sowie die gescheiterte Rettung von Opel – beides ein Zeichen dafür, dass das Idealmodell einer vollbeschäftigten Gesellschaft nichts weiter als eine Utopie ist, weil einfach nicht genügend Arbeit VORHANDEN ist; weil wir bereits in allen Bereichen überproduzieren und Arbeitsplätze, die überhaupt nicht benötigt werden, mit Subventionen verschiedenster Art künstlich am Leben zu erhalten versuchen.

Über all dies könnte ich ausführlich bloggen, und vielleicht sollte ich es auch, aber ich will heute einmal eine der wenigen positiven Nachrichten, welche das Weltgeschehen zu bieten hat, in den Blickpunkt rücken:

Das Kruzifix-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte

Ja, das Recht auf Religionsfreiheit bedeutet in erster Linie ein Recht auf Freiheit von Religion! Und etwas Wichtigeres als diese Feststellung und als diesen weiteren Etappensieg für die Säkularisierung unserer Gesellschaft gibt es vielleicht überhaupt nicht: Weiterlesen →

→ 13 KommentareKategorien: Religion
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Eine nobulöse Preisvergabe

Oktober 10, 2009 · 25 Kommentare

Offenbar bin ich ja bei Weitem nicht der Einzige, der noch nie zuvor etwas von Herta Müller gehört hatte, aber das ist schon in Ordnung – sie soll ja für die Qualität ihrer Werke geehrt werden (die ich natürlich erst recht nicht beurteilen kann, aber ich muss wohl nicht bezweifeln, dass sie sehr gute Bücher geschrieben hat) und nicht für ihre Popularität, sonst müsste der Literaturnobelpreis ja an Wolfgang Hohlbein, Dan Brown oder Joanne Rowling gehen – nicht wahr?

So jedenfalls lautet mein Verständnis dieses Preises: Qualität, nicht Popularität sollte ausgezeichnet werden! Und eigentlich hätte ich genau das auch beim Friedensnobelpreis erwartet, aber, tja…

Sicher: So wie die allermeisten Europäer habe ich mich sehr gefreut, dass Obama die Wahl zum US-Präsidenten gewonnen hat, aber eben auch sofort vor überzogenen Erwartungen gewarnt. Obama ist ein Hoffnungsträger, und die in ihn gesetzten Hoffnungen sind so groß, dass er sie niemals erfüllen kann, aber nichtsdestotrotz ist ein US-Präsident, der Hoffnungsträger ist, natürlich sehr viel wert!

Aber… den Friedensnobelpreis? Wofür? Weiterlesen →

→ 25 KommentareKategorien: Politik
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Dumpinglöhne statt Schwarzarbeit?

Oktober 6, 2009 · 4 Kommentare

Ich habe wieder einmal ausführlichst fremdkommentiert, anstatt gleich einen eigenen Blogeintrag zu verfassen – eine schlechte Angewohnheit, die ich einfach nicht mehr loszuwerden scheine! Ich muss mich wohl daran gewöhnen, immer mal wieder mich selbst zu zitieren. Anlass war ein Eintrag von Roman Möller, in dem er die Forderung der FDP nach einer Lockerung des Kündigungsschutzes kritisierte.

Die Lockerung des Kündigungsschutzes ist für mich irgendwie der umgekehrte Fall des Mindestlohns. Beides ist von der grundlegenden Idee her eigentlich eine selbstverständliche Forderung: NATÜRLICH muss man von seiner Arbeit leben können, und NATÜRLICH muss ein Unternehmer die Möglichkeit haben, seinen Arbeitnehmerbestand an die wirtschaftliche Situation anzupassen!

In beiden Fällen ist aber das Problem, Weiterlesen →

→ 4 KommentareKategorien: Politik
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Schimpfen, nicht fluchen!

Oktober 4, 2009 · 6 Kommentare

Ich will einmal eine Eigenheit von mir ansprechen, die immer wieder für Irritationen sorgt: Ich konzentriere meine Kritik in der Regel nicht auf diejenigen, bei denen es am meisten zu kritisieren gibt! Wenn eine Partei mit meinen Ansichten völlig inkompatible Ziele verfolgt, dann setze ich mich nicht ausführlich mit jeder neuen Kleinigkeit auseinander. Für mich ist es sinnlos immer wieder aufzuzeigen, wieso ich grundsätzlich anderer Meinung bin – ab und zu einmal auf die grundlegenden Widersprüche hinzuweisen muss genügen. Deswegen fokussiere ich mich auch aktuell auf die SPD, denn im Gegensatz zur CDU hat diese Partei mich massiv ENTTÄUSCHT – die CDU und die FDP tun genau das, was ich von ihnen erwarten muss, aber von der SPD erwarte ich Besseres, und hier kann ich zumindest hoffen, dass sich etwas zum Guten ändert.

So ähnlich ist es auch in anderen Bereichen. Ich rege mich mehr darüber auf, wenn ein Autor, Musiker oder Filmemacher, von dem ich weiß, dass er zu Besserem fähig ist, hinter seinen Fähigkeiten zurückbleibt, als wenn jemand, bei dem Hopfen und Malz verloren ist, das wieder einmal beweist. Und auch im Privatleben können Menschen mich nur dann enttäuschen, wenn ich nicht bereits vorher eine schlechte Meinung von ihnen hatte.

Für mich ist Schimpfen, im Gegensatz zum Fluchen (was ich selten tue), kein Zeichen von endgültiger Resignation. Kritik ist für mich etwas grundsätzlich Konstruktives; sie drückt die – wenn auch möglicherweise geringe – Hoffnung aus, dass sich etwas bessern kann.  Jemanden ins Gewissen zu reden, der keines hat; von jemandem Leistungen zu fordern, die zu erbringen er nicht in der Lage ist – das hat keinen Wert. Es darf nicht in erster Linie darum gehen, die auffallendsten Mängel anzuprangern, sondern die behebbaren. „So schlimm ist es doch gar nicht!“ – das ist die gefährlichste Einstellung von allen, weil sie dazu verführt, Vergleiche mit denjenigen anzustellen, die es gar nicht besser können oder wollen! Verbessern kann man jedoch nur, worauf man Einfluss hat; und nur an den hier vorhandenen Möglichkeiten darf man seine Erwartungen messen.

→ 6 KommentareKategorien: Erkenntnisse
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Tod einer Volkspartei

September 29, 2009 · 23 Kommentare

Noch nie empfand ich den inneren Widerstreit dazwischen, mich einerseits verpflichtet zu fühlen, zu einem Thema etwas zu schreiben, und andererseits Unlust zu verspüren, es tatsächlich zu tun, so sehr wie dieses Mal. Je näher die Bundestagswahl rückte, desto apathischer wurde ich. Es war doch eigentlich schon alles gesagt, und nicht nur einmal; nun blieb nur noch zuzusehen, wie die Katastrophe pünktlich mit der ersten Hochrechnung sonntags um 18 Uhr auch tatsächlich hereinbrach.

Es gibt auch nichts zu beschönigen. Zwar haben manche Wahlprognosen der letzten Wochen noch versucht, falsche Hoffnungen zu wecken, aber ein Absturz von 34% auf 23% bei der SPD ist absolut eindeutig: Am 27. September 2009 ist in Deutschland eine Volkspartei gestorben.

Und das völlig zu Recht! Weiterlesen →

→ 23 KommentareKategorien: Politik
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Die SPD heuchelt sich in die Bedeutungslosigkeit

August 31, 2009 · 11 Kommentare

Nach einer Wahl gibt es ja bekanntlich immer nur Sieger. Bei den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und dem Saarland ist die CDU Sieger, weil sie überall die stärkste Partei ist; die Linke, die FDP und die Grünen sind Sieger, weil sie kräftig Stimmen hinzugewonnen haben; und die SPD ist Sieger, weil… ja, da braucht man schon ziemlich viel Fantasie, nicht wahr? Aber keine Sorge, diese Fantasie besitzen die Sozialdemokraten: Die SPD ist Sieger, weil es (in zwei von drei Fällen zumindest) nicht für Schwarz-Gelb reicht – aha!

Wie verlogen muss man eigentlich sein, um diesen Umstand als Erfolg für die SPD zu verbuchen? Weiterlesen →

→ 11 KommentareKategorien: Politik
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Drückreif

August 28, 2009 · 1 Kommentar

Zu den Dingen, die ich wirklich nicht gebrauchen kann, wenn ich gerade nackt in meiner Wohnung herumturne, gehört ein Mensch mit Dienstausweis, der an meiner Tür klingelt und meine Frage, worum es geht, mit der Gegenfrage: „Haben sie denn den Aushang im Hausflur nicht gelesen?“ kontert.

Nun neige ich ärgerlicherweise tatsächlich dazu, solche offiziellen Aushänge zu übersehen. (Ich verstehe auch nicht, warum solche Mitteilungen nicht den Mietern in die Briefkästen gesteckt werden – so teuer sind ein paar Kopien ja nun wirklich nicht!) Deswegen entwickle ich in entsprechenden Situationen rasch ein schlechtes Gewissen, werfe mir einen Bademantel über und öffne die Tür. Weiterlesen →

→ 1 KommentarKategorien: Gesellschaft
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Sehnsucht nach dem Wahl-Dackel

August 28, 2009 · 8 Kommentare

Mehr Geld für alle!

Kennt Ihr diesen Spruch? Ich bin ihm zum ersten Mal in den Achtzigern begegnet (jaja, so alt bin ich), als Graffiti irgendwo auf einer Mauer zu Wahlkampfzeiten. Meiner Erinnerung nach war das damals ein typischer Sponti-Spruch, der die großkotzigen, leeren Wahlversprechen der Politiker auf die Schippe nahm. (Die Achtziger – das war die Zeit, als Eberhard Dieppgen in Berlin Regierender Bürgermeister wurde, nachdem die CDU die ganze Stadt – also, die ganze westliche Hälfte, natürlich – mit Dackelplakaten vollgekleistert hatte. Der war aber auch niedlich gewesen! (Der Dackel, nicht Diepgen.))

Klar ausgedrückt: Die Parole „Mehr Geld für alle!“ war eine Satire. Eine Verhohnepiepelung. Eine Verarschung. Was ich damit sagen will: Die Idee hinter diesem Spruch war, dass niemand so dumm sein würde, auf eine dermaßen platte, bauernfängerische Parole hereinzufallen; und natürlich, dass deswegen auch niemand eine solche Parole im Wahlkampf benutzen würde.

Jetzt gehe ich neulich nichtsahnend durch die Berliner Straßen, da grinst mich Herr Gregor Gysi von einem Plakat an, auf dem geschrieben steht: „Reichtum für alle“! Und wieder einmal stelle ich fest, dass es unmöglich ist, Satire zu machen, die von der Realität nicht überholt wird. Mehr Populismus geht einfach nicht! (Und ich will auch gar nicht, dass ALLE reich sind, nur ich – wo bleibt denn sonst der Spaß?)

Ich weiß nicht, was schlimmer ist – Gysis grinsendes Konterfei über diesem hirnlosen Slogan oder die ausladenden Brüste der CDU-GMILF Vera Langsfeld. Der Wahlvorgang ist sowieso schon eine ekelhafte Angelegenheit, aber muss dieser Ekel jetzt auch schon gezielt durch derartige visuelle Reize ausgelöst werden? Ich will den Dackel zurück!

Ohne besonderen Zusammenhang zum vorigen Thema will ich Euch als Abschluss noch ein Link setzen. Und wenn Ihr wirklich glaubt, dass die Betreiber von Atomkraftwerken kompetenter arbeiten, dann wählt doch bei der Bundestagswahl Schwarz-Gelb. Für eine strahlende Zukunft. Ich meine, wie kann Atomenergie unsicher sein, wenn es doch Menschen gibt, die ihre Sicherheit überwachen?

→ 8 KommentareKategorien: Politik
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Schneller, höher, billiger

August 18, 2009 · 5 Kommentare

Chickenfood hat zu Recht mit mir geschimpft, dass ich dieses Blog hier so lange vernachlässige. Aber was soll ich schon schreiben, was ich nicht bereits geschrieben habe? Es passieren doch immer die selben Dinge in der Welt, aus immer den selben Gründen…

Naja, ich will mal ein paar kurze Kommentare zu aktuellen Themen abgeben:

Sklaven am Wok ist ein Artikel, der vordergründig von Kriminalität handelt, aber tatsächlich eigentlich nur beschreibt, wie Kapitalismus prinzipiell funktioniert: Wer sich keiner illegalen Methoden bedient, der ist nicht konkurrenzfähig. Ab und zu wird jemand erwischt, der Zwangsarbeiter beschäftigt, Gutachter besticht, Sicherheitsbestimmungen ignoriert, Ruhezeiten vernachlässigt, Sondermüll verklappt oder was auch immer, aber am Prinzip ändert sich nichts: Der Wettbewerb ist hart, und wer sich an die Gesetze hält, hat einen nicht aufzuholenden Nachteil.

In diesem Zusammenhang: Jäger der Hundertstelsekunde – es glaubt doch wohl weltweit niemand wirklich, dass dieser Fabelrekord ohne illegale Substanzen zustandegekommen sein könnte? Nur, man kann eben nichts nachweisen. Leichtathletik ist, ebenso wie Radsport und „höher, schneller, weiter“-Sportarten allgemein doch nichts anderes als ein Wettbewerb, wer am geschicktesten die Dopingbestimmungen umgeht. Wer sich an die Regeln hält, hat einen nicht aufzuholenden Nachteil.

Sport und freie Marktwirtschaft – beide funktionieren so, dass sie diejenigen, die nach ihren Gesetzmäßigkeiten Erfolg haben wollen, effektiv dazu zwingen, gegen Regeln zu verstoßen. Doch anstatt die Systemfrage zu stellen, beklagen die meisten Menschen nur die schlimmsten Auswüchse.

Schließlich wollen wir doch alle immer neue Rekorde und immer billigeres Fastfood, nicht wahr?

→ 5 KommentareKategorien: Gesellschaft
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