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	<title>Kommentare zu: The Big Picture</title>
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		<title>Von: Andreas Pischner</title>
		<link>http://allesandi.wordpress.com/2009/02/07/the-big-picture/#comment-1268</link>
		<dc:creator>Andreas Pischner</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 23:08:58 +0000</pubDate>
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		<description>Und gleich noch etwas:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,608375,00.html

Auch hier wird wieder das allgemeine Zeitungs- und Zeitschriftensterben angesprochen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und gleich noch etwas:</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,608375,00.html" rel="nofollow">http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,608375,00.html</a></p>
<p>Auch hier wird wieder das allgemeine Zeitungs- und Zeitschriftensterben angesprochen.</p>
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		<title>Von: Andreas Pischner</title>
		<link>http://allesandi.wordpress.com/2009/02/07/the-big-picture/#comment-1262</link>
		<dc:creator>Andreas Pischner</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 12:22:34 +0000</pubDate>
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		<description>Zum Thema Online- vs. Printmedien habe ich gerade wieder etwas gelesen:

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,607889,00.html</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Thema Online- vs. Printmedien habe ich gerade wieder etwas gelesen:</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,607889,00.html" rel="nofollow">http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,607889,00.html</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Andreas Pischner</title>
		<link>http://allesandi.wordpress.com/2009/02/07/the-big-picture/#comment-1240</link>
		<dc:creator>Andreas Pischner</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 17:32:59 +0000</pubDate>
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		<description>Ja, genau wie die Tütensuppe.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, genau wie die Tütensuppe.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: TobiH</title>
		<link>http://allesandi.wordpress.com/2009/02/07/the-big-picture/#comment-1238</link>
		<dc:creator>TobiH</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 17:10:26 +0000</pubDate>
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		<description>@Boneshredder: Laptop hochfahren??? Der Normalzustand für einen Laptop ist eingeschaltet. (Nein, vielleicht noch nicht jetzt, aber das kommt garantiert.)

@Topic: Bei der Virtualisierung entsteht ja an sich nichts Neues, sondern bestehende Inhalte werden bloß ins Netz verlagert. (Ausnahmen sind jene Inhalte, die im RL nicht &quot;machbar&quot; sind, und die tendieren dann wohl zu höherer Qualität.)

Insofern sehe ich nicht einmal, wieso das Verhältnis von Noise zu Signal zugunsten von Noise kippt. Es gibt sicher einen größeren Mainstream, aber es gibt ebenso größere Nischen – an deren Verhältnis zueinander ändert sich kaum etwas. Das bedeutet zwar, dass man ausgehend von der Mitte des Stroms einen weiteren Weg zu den Nischen zurückzulegen hat – dafür gibt es digital aber wesentlich bessere Filter als analog jemals verfügbar wären! (Und sie werden besser...)

Meine Ansprüche an Entertainment sind mit dem Internet jedenfalls eher gewachsen. Wie war das? Mit dem Internet ist es für die Dummen leichter, dümmer zu werden, und für die Schlauen leichter, schlauer zu werden. Kürzen wir dumm und schlau heraus, dann bleibt stehen: Mit dem Internet ist es leichter!

Und das ist wohl einzig unbestreitbar: Das Internet ist eine grandiose Erleichterung.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Boneshredder: Laptop hochfahren??? Der Normalzustand für einen Laptop ist eingeschaltet. (Nein, vielleicht noch nicht jetzt, aber das kommt garantiert.)</p>
<p>@Topic: Bei der Virtualisierung entsteht ja an sich nichts Neues, sondern bestehende Inhalte werden bloß ins Netz verlagert. (Ausnahmen sind jene Inhalte, die im RL nicht &#8222;machbar&#8220; sind, und die tendieren dann wohl zu höherer Qualität.)</p>
<p>Insofern sehe ich nicht einmal, wieso das Verhältnis von Noise zu Signal zugunsten von Noise kippt. Es gibt sicher einen größeren Mainstream, aber es gibt ebenso größere Nischen – an deren Verhältnis zueinander ändert sich kaum etwas. Das bedeutet zwar, dass man ausgehend von der Mitte des Stroms einen weiteren Weg zu den Nischen zurückzulegen hat – dafür gibt es digital aber wesentlich bessere Filter als analog jemals verfügbar wären! (Und sie werden besser&#8230;)</p>
<p>Meine Ansprüche an Entertainment sind mit dem Internet jedenfalls eher gewachsen. Wie war das? Mit dem Internet ist es für die Dummen leichter, dümmer zu werden, und für die Schlauen leichter, schlauer zu werden. Kürzen wir dumm und schlau heraus, dann bleibt stehen: Mit dem Internet ist es leichter!</p>
<p>Und das ist wohl einzig unbestreitbar: Das Internet ist eine grandiose Erleichterung.</p>
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	<item>
		<title>Von: Boneshredder</title>
		<link>http://allesandi.wordpress.com/2009/02/07/the-big-picture/#comment-1229</link>
		<dc:creator>Boneshredder</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Feb 2009 14:28:42 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Diese Argumentation führt aber eben in letzter Konsequenz unweigerlich zu Tütensuppen und Tiefkühlpizzen als einzigen Nahrungsmitteln…&quot;

Ist das die verkappte Frage danach, wann zu erwarten ist, daß die aktuell rasende Entwicklung wieder abflaut? Bei den Tiefkühlpizzen und Tütensuppen kann man wohl davon ausgehen, daß deren Invasion ihre heiße Phase bereits hinter sich hat.

Bei den Printmedien sehe ich z.B. die Buchware (alles was inhaltlich keinen oder geringeren Aktualitätsanforderungen unterworfen ist) als relativ immun gegenüber dem virtuellen Sog an. Das hat damit zu tun, daß es doch noch beschwerlicher ist, für etwas, das man wirklich &quot;bloß&quot; auf den Lauf des Tages verteilt lesen und nicht textlich weiterverarbeiten will, immer erst den Laptop hochzufahren. Und natürlich eben damit, daß es sich nicht um Wegwerfware handelt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Diese Argumentation führt aber eben in letzter Konsequenz unweigerlich zu Tütensuppen und Tiefkühlpizzen als einzigen Nahrungsmitteln…&#8220;</p>
<p>Ist das die verkappte Frage danach, wann zu erwarten ist, daß die aktuell rasende Entwicklung wieder abflaut? Bei den Tiefkühlpizzen und Tütensuppen kann man wohl davon ausgehen, daß deren Invasion ihre heiße Phase bereits hinter sich hat.</p>
<p>Bei den Printmedien sehe ich z.B. die Buchware (alles was inhaltlich keinen oder geringeren Aktualitätsanforderungen unterworfen ist) als relativ immun gegenüber dem virtuellen Sog an. Das hat damit zu tun, daß es doch noch beschwerlicher ist, für etwas, das man wirklich &#8222;bloß&#8220; auf den Lauf des Tages verteilt lesen und nicht textlich weiterverarbeiten will, immer erst den Laptop hochzufahren. Und natürlich eben damit, daß es sich nicht um Wegwerfware handelt.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Andreas Pischner</title>
		<link>http://allesandi.wordpress.com/2009/02/07/the-big-picture/#comment-1226</link>
		<dc:creator>Andreas Pischner</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 05:15:39 +0000</pubDate>
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		<description>Udo: Du brauchst mich nicht zu loben, damit ich Deinen Kommentar freischalte!

(Ernsthaft: Links in Kommentaren zu zitieren ist unpraktisch, weil der Kommentar dann automatisch in der Moderationsschleife landet, obwohl Du gar kein neu zu überprüfendes Link benutzt hast.)

Übrigens halte ich diesen Beitrag hier - wenn er auch auf viel Interesse stößt, was gut ist - eher für einen meiner weniger gelungenen, weil ich es (nach meinem eigenen Dafürhalten) nicht geschafft habe, meine Gedanken schlüssig zu formulieren, sondern mehr oder weniger herunter geschrieben hatte, was mir gerade eher ungeordnet durch den Kopf ging. Aber nu, es ist ja auch ein Blog hier...

Mal noch ein Link: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,606593,00.html

Da werden auch einige interessante Aussagen über den Buchmarkt getroffen.

Boneshreeder: Du sprichst viele Punkte an, WARUM virtuelle Objekte bequemer sind als reale, was ich ja auch festgestellt habe. Diese Argumentation führt aber eben in letzter Konsequenz unweigerlich zu Tütensuppen und Tiefkühlpizzen als einzigen Nahrungsmitteln...

Dozer: Dass jahrtausende alte Texte sich nur mit Hilfe des erst seit einem Vierteljahrhundert bestehenden Internets bis heute erhalten konnten, da muss schon irgendwo ein Denkfehler drinstecken, oder? Aber natürlich sehe auch ich die Archivierung, Katalogisierung und Bereitstellung von Wissen in virtueller Form positiv. Nirgends bestreite ich die positiven Aspekte des Internets!

Dauerhaftigkeit, die sehe ich allerdings anders als Du. Kennst Du nicht die bekannte Frage &quot;Du darfst drei Dinge auf eine einsame Insel mitnehmen - welche?&quot; Dein Lieblingsbuch, das ist ein Ding. Deine Lieblings-CD, ein CD-Player, ein Verstärker und ein Dynamo... hoppla, schon zu viele! Dein Lieblingscomputerspiel... naja, VIEL zu viele.

Klar, Papier hält nicht ewig, aber sein Nutzen ist nicht abhängig vonanderen, sich verändernden Umständen. Ein Buch, ein Kartenspiel - für die brauchst Du nichts weiter.  Für virtuelle Medien musst Du auf Beständigkeit Deiner Lebensumgebung hoffen. Kann sich eigentlich irgendjemand von Euch die Konsequenzen eines Whiteouts im Internet, und sei es auch nur für eine Millisekunde, vorstellen?

Übrigens, ich finde Trolle in rosa Windeln, die mit einem Riesenlutscher eine Flugzeugentführung verhindern, zwar unsagbar albern und dämlich, aber nichtsdestotrotz steckt hinter dieser Idee immer noch mehr eigene Kreativität der Beteiligten, als im Ausfüllen der vorgegebenen Rollen in einem MMORPG! Die Gruppe wollte diesen Unfug spielen (welche Drogen wurden an dem Abend da eigentlich verteilt?), und sie haben diese Geschichte gemeinschaftlich erzählt. Im MMORPG wäre das nicht gegangen.

Signal-to-Noise-Rate, das ist jedenfalls ein gutes Stichwort: Es gibt VIEL zu viel &quot;Noise&quot;! Dazu habe ich auch schon einmal gebloggt:

http://allesandi.wordpress.com/2007/09/07/ich-habe-genug/

Das Fernsehen in seiner heutigen Form sehe ich übrigens auch kritisch, aber es ist gegenüber dem Internet noch &quot;harmlos&quot; (und außerdem mittelfristig eh dazu bestimmt, von diesem verdrängt zu werden).

Deinen grenzenlosen Optimismus, Dozer, kann ich jedenfalls nicht teilen:

&quot;Jede neue Entwicklung hat ihre eigenen Probleme. Bisher hat es die Menschheit immer noch geschafft, diese Probleme in Schall und Rauch aufgehen zu lassen.&quot;

&quot;Knall und Rauch&quot;, meinst Du wohl eher... Bisher hat es die Menschheit noch immer geschafft, jede Waffe, egal wie fürchterlich sie ist, auch tatsächlich einzusetzen. Hat die Menschheit es überlebt? Sicher! Waren die Waffen bisher denn in der Lage, die gesamte Menschheit auszulöschen? ...wir arbeiten daran...

Ja, über Waffen im engeren Sinne habe ich hier nicht geschrieben, obwohl Massenbeeinflussung heute wohl durchaus als die mächtigste Waffe überhaupt bezeichnet werden könnte! Eine Fortschreibung der bisherigen Geschichte in die Zukunft vorzunehmen, das bedeutet allerdings vorauszsuetzen,d ass die Rahmenbedingungen sich in jüngster Zeit nicht grundlegend geändert hätten. Sie HABEN aber! In kaum mehr als hundert Jahren hat der Mensch die Welt erheblich grundlegender verändert, als in den Zehntausenden Jahren seines Bestehens als moderner Mensch zuvor, und er stößt jetzt an die Grenzen seiner Entwicklungsfähigkeit. Ein medium, welches in weniger als einer Sekunde weltweit abrufbar ist, das ist mit keinem früheren Medium zu vergleichen, ebenso wenig wie eine Waffe, welche die gesamte Welt unbewohnbar macht, mit früheren Waffen zu vergleichen ist. Das Internet droht, innerhalb der nächsten Jahrzehnte die GESAMTE menschliche Gesellschaft gleichzuschalten. Das besitzt eine völlig neue Qualität. Was seit Beginn der industriellen Revolution passiert ist, das lässt sich nicht mit Blick auf die Jahrtausende menschlicher Geschichte zuvor erklären, ebenso wenig, wie ein Wirbelsturm und seine Folgen erklärbar sind, wenn man nur die &quot;normalen&quot; Windmuster kennt, aus denen er entstehen wird. Die Annahme, dass unsere Gesellschaft nicht außer Kontrolle geraten kann, weil sie bislang noch nicht außer Kontrolle geraten sei (worüber man auch streiten kann), ist extrem naiv!

Habt Ihr Wall-E gesehen? Ein netter Film, gewiss kein Must-See - aber das Modell der zukünftigen menschlichen Gesellschaft, welches dort in naivster Weise entworfen wird, illustriert eine reale Bedrohung!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Udo: Du brauchst mich nicht zu loben, damit ich Deinen Kommentar freischalte!</p>
<p>(Ernsthaft: Links in Kommentaren zu zitieren ist unpraktisch, weil der Kommentar dann automatisch in der Moderationsschleife landet, obwohl Du gar kein neu zu überprüfendes Link benutzt hast.)</p>
<p>Übrigens halte ich diesen Beitrag hier &#8211; wenn er auch auf viel Interesse stößt, was gut ist &#8211; eher für einen meiner weniger gelungenen, weil ich es (nach meinem eigenen Dafürhalten) nicht geschafft habe, meine Gedanken schlüssig zu formulieren, sondern mehr oder weniger herunter geschrieben hatte, was mir gerade eher ungeordnet durch den Kopf ging. Aber nu, es ist ja auch ein Blog hier&#8230;</p>
<p>Mal noch ein Link: <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,606593,00.html" rel="nofollow">http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,606593,00.html</a></p>
<p>Da werden auch einige interessante Aussagen über den Buchmarkt getroffen.</p>
<p>Boneshreeder: Du sprichst viele Punkte an, WARUM virtuelle Objekte bequemer sind als reale, was ich ja auch festgestellt habe. Diese Argumentation führt aber eben in letzter Konsequenz unweigerlich zu Tütensuppen und Tiefkühlpizzen als einzigen Nahrungsmitteln&#8230;</p>
<p>Dozer: Dass jahrtausende alte Texte sich nur mit Hilfe des erst seit einem Vierteljahrhundert bestehenden Internets bis heute erhalten konnten, da muss schon irgendwo ein Denkfehler drinstecken, oder? Aber natürlich sehe auch ich die Archivierung, Katalogisierung und Bereitstellung von Wissen in virtueller Form positiv. Nirgends bestreite ich die positiven Aspekte des Internets!</p>
<p>Dauerhaftigkeit, die sehe ich allerdings anders als Du. Kennst Du nicht die bekannte Frage &#8222;Du darfst drei Dinge auf eine einsame Insel mitnehmen &#8211; welche?&#8220; Dein Lieblingsbuch, das ist ein Ding. Deine Lieblings-CD, ein CD-Player, ein Verstärker und ein Dynamo&#8230; hoppla, schon zu viele! Dein Lieblingscomputerspiel&#8230; naja, VIEL zu viele.</p>
<p>Klar, Papier hält nicht ewig, aber sein Nutzen ist nicht abhängig vonanderen, sich verändernden Umständen. Ein Buch, ein Kartenspiel &#8211; für die brauchst Du nichts weiter.  Für virtuelle Medien musst Du auf Beständigkeit Deiner Lebensumgebung hoffen. Kann sich eigentlich irgendjemand von Euch die Konsequenzen eines Whiteouts im Internet, und sei es auch nur für eine Millisekunde, vorstellen?</p>
<p>Übrigens, ich finde Trolle in rosa Windeln, die mit einem Riesenlutscher eine Flugzeugentführung verhindern, zwar unsagbar albern und dämlich, aber nichtsdestotrotz steckt hinter dieser Idee immer noch mehr eigene Kreativität der Beteiligten, als im Ausfüllen der vorgegebenen Rollen in einem MMORPG! Die Gruppe wollte diesen Unfug spielen (welche Drogen wurden an dem Abend da eigentlich verteilt?), und sie haben diese Geschichte gemeinschaftlich erzählt. Im MMORPG wäre das nicht gegangen.</p>
<p>Signal-to-Noise-Rate, das ist jedenfalls ein gutes Stichwort: Es gibt VIEL zu viel &#8222;Noise&#8220;! Dazu habe ich auch schon einmal gebloggt:</p>
<p><a href="http://allesandi.wordpress.com/2007/09/07/ich-habe-genug/" rel="nofollow">http://allesandi.wordpress.com/2007/09/07/ich-habe-genug/</a></p>
<p>Das Fernsehen in seiner heutigen Form sehe ich übrigens auch kritisch, aber es ist gegenüber dem Internet noch &#8222;harmlos&#8220; (und außerdem mittelfristig eh dazu bestimmt, von diesem verdrängt zu werden).</p>
<p>Deinen grenzenlosen Optimismus, Dozer, kann ich jedenfalls nicht teilen:</p>
<p>&#8222;Jede neue Entwicklung hat ihre eigenen Probleme. Bisher hat es die Menschheit immer noch geschafft, diese Probleme in Schall und Rauch aufgehen zu lassen.&#8220;</p>
<p>&#8222;Knall und Rauch&#8220;, meinst Du wohl eher&#8230; Bisher hat es die Menschheit noch immer geschafft, jede Waffe, egal wie fürchterlich sie ist, auch tatsächlich einzusetzen. Hat die Menschheit es überlebt? Sicher! Waren die Waffen bisher denn in der Lage, die gesamte Menschheit auszulöschen? &#8230;wir arbeiten daran&#8230;</p>
<p>Ja, über Waffen im engeren Sinne habe ich hier nicht geschrieben, obwohl Massenbeeinflussung heute wohl durchaus als die mächtigste Waffe überhaupt bezeichnet werden könnte! Eine Fortschreibung der bisherigen Geschichte in die Zukunft vorzunehmen, das bedeutet allerdings vorauszsuetzen,d ass die Rahmenbedingungen sich in jüngster Zeit nicht grundlegend geändert hätten. Sie HABEN aber! In kaum mehr als hundert Jahren hat der Mensch die Welt erheblich grundlegender verändert, als in den Zehntausenden Jahren seines Bestehens als moderner Mensch zuvor, und er stößt jetzt an die Grenzen seiner Entwicklungsfähigkeit. Ein medium, welches in weniger als einer Sekunde weltweit abrufbar ist, das ist mit keinem früheren Medium zu vergleichen, ebenso wenig wie eine Waffe, welche die gesamte Welt unbewohnbar macht, mit früheren Waffen zu vergleichen ist. Das Internet droht, innerhalb der nächsten Jahrzehnte die GESAMTE menschliche Gesellschaft gleichzuschalten. Das besitzt eine völlig neue Qualität. Was seit Beginn der industriellen Revolution passiert ist, das lässt sich nicht mit Blick auf die Jahrtausende menschlicher Geschichte zuvor erklären, ebenso wenig, wie ein Wirbelsturm und seine Folgen erklärbar sind, wenn man nur die &#8222;normalen&#8220; Windmuster kennt, aus denen er entstehen wird. Die Annahme, dass unsere Gesellschaft nicht außer Kontrolle geraten kann, weil sie bislang noch nicht außer Kontrolle geraten sei (worüber man auch streiten kann), ist extrem naiv!</p>
<p>Habt Ihr Wall-E gesehen? Ein netter Film, gewiss kein Must-See &#8211; aber das Modell der zukünftigen menschlichen Gesellschaft, welches dort in naivster Weise entworfen wird, illustriert eine reale Bedrohung!</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Udo</title>
		<link>http://allesandi.wordpress.com/2009/02/07/the-big-picture/#comment-1222</link>
		<dc:creator>Udo</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 22:41:53 +0000</pubDate>
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		<description>BTW @Andi: Du schreibst immer sehr gute Artikel, aber dieser hier ist - auch wenn ich ein wenig anderer Meinung bin - einer deiner besten überhaupt!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>BTW @Andi: Du schreibst immer sehr gute Artikel, aber dieser hier ist &#8211; auch wenn ich ein wenig anderer Meinung bin &#8211; einer deiner besten überhaupt!</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Udo</title>
		<link>http://allesandi.wordpress.com/2009/02/07/the-big-picture/#comment-1221</link>
		<dc:creator>Udo</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 22:40:47 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Ich finde es auf die Schnelle gerade etwas schwierig, Statistiken zu finden, aber ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass es mit dem Zeitschriftenmarkt rapide abwärts geht! Ein Link zu diesem Thema habe ich gefunden:

http://www.spielenutzen.de/?p=188
&quot;

Nur das Computerzeitschriften hier ein schlechtes Beispiel sind, da diese an Leser gerichtet sind, die ohnehin schon regelmäßig vor dem Computer sitzen und sich so quasi nebenher die Inhalte ansehen, die ihnen in diesen Magazinen präsentiert werden (via gamezone.de z.B.). Bei Tageszeitungen und politischen Magazinen wie dem Spiegel sieht die Sache glaube ich anders aus.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Ich finde es auf die Schnelle gerade etwas schwierig, Statistiken zu finden, aber ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass es mit dem Zeitschriftenmarkt rapide abwärts geht! Ein Link zu diesem Thema habe ich gefunden:</p>
<p><a href="http://www.spielenutzen.de/?p=188" rel="nofollow">http://www.spielenutzen.de/?p=188</a><br />
&#8220;</p>
<p>Nur das Computerzeitschriften hier ein schlechtes Beispiel sind, da diese an Leser gerichtet sind, die ohnehin schon regelmäßig vor dem Computer sitzen und sich so quasi nebenher die Inhalte ansehen, die ihnen in diesen Magazinen präsentiert werden (via gamezone.de z.B.). Bei Tageszeitungen und politischen Magazinen wie dem Spiegel sieht die Sache glaube ich anders aus.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: romanmoeller</title>
		<link>http://allesandi.wordpress.com/2009/02/07/the-big-picture/#comment-1219</link>
		<dc:creator>romanmoeller</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 14:56:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://allesandi.wordpress.com/?p=883#comment-1219</guid>
		<description>Ein sehr guter und lesenswerter Artikel (um ehrlich zu sein, beneide ich dich manchmal um deine langen Artikel, die meinen zumeist wesentlich kürzeren Beiträgen substanziell in nichts nachstehen - mindestens!)!! Doch ich muß dir zumindest teilweise widersprechen:

Das Internet raubt denen, die sich damit befassen, Zeit - und die könnte man zum Beispiel dazu nutzen ein Buch zu lesen, anstatt im Netz herumzusurfen. Aber: das ist nicht die erste (zumeist technische) Errungenschaft, von der man das gedacht hat. Trotzdem gibt es Bücher (auch mit hohem Anspruch, abseits des Mainstream) noch immer. Ich möchte als Beispiel die Erfindung des Fernsehens nennen. Bücher haben die Erfindung des Fernsehens doch locker überdauert - du kannst dir noch heute alles in gedruckter Form besorgen, was du möchtest.

Letztendlich wird alles durch den Bedarf geregelt. Und solange ein Mindestbedarf da ist, wird es Medien auch immer weiter geben, bei denen man &quot;dank&quot; der einen oder anderen technischen Errungenschaft vielleicht ein baldiges Verschwinden befürchtet. 

Damit sind wir bei den Schallplatten! Das der Saturn jetzt wieder überall einen Vinylstand hat, das freut mich seeehr. Die Schallplatte hat überlebt, weil weiter Bedarf da war - bei der Musikkassette (die inzwischen weit hinter der LP rangiert) war das anders. Neben Wirtschaftlichkeit wird der Bedarf alles weitere regeln! ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein sehr guter und lesenswerter Artikel (um ehrlich zu sein, beneide ich dich manchmal um deine langen Artikel, die meinen zumeist wesentlich kürzeren Beiträgen substanziell in nichts nachstehen &#8211; mindestens!)!! Doch ich muß dir zumindest teilweise widersprechen:</p>
<p>Das Internet raubt denen, die sich damit befassen, Zeit &#8211; und die könnte man zum Beispiel dazu nutzen ein Buch zu lesen, anstatt im Netz herumzusurfen. Aber: das ist nicht die erste (zumeist technische) Errungenschaft, von der man das gedacht hat. Trotzdem gibt es Bücher (auch mit hohem Anspruch, abseits des Mainstream) noch immer. Ich möchte als Beispiel die Erfindung des Fernsehens nennen. Bücher haben die Erfindung des Fernsehens doch locker überdauert &#8211; du kannst dir noch heute alles in gedruckter Form besorgen, was du möchtest.</p>
<p>Letztendlich wird alles durch den Bedarf geregelt. Und solange ein Mindestbedarf da ist, wird es Medien auch immer weiter geben, bei denen man &#8222;dank&#8220; der einen oder anderen technischen Errungenschaft vielleicht ein baldiges Verschwinden befürchtet. </p>
<p>Damit sind wir bei den Schallplatten! Das der Saturn jetzt wieder überall einen Vinylstand hat, das freut mich seeehr. Die Schallplatte hat überlebt, weil weiter Bedarf da war &#8211; bei der Musikkassette (die inzwischen weit hinter der LP rangiert) war das anders. Neben Wirtschaftlichkeit wird der Bedarf alles weitere regeln! ;-)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Dozer</title>
		<link>http://allesandi.wordpress.com/2009/02/07/the-big-picture/#comment-1218</link>
		<dc:creator>Dozer</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 14:32:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://allesandi.wordpress.com/?p=883#comment-1218</guid>
		<description>Eine kurze Antwort auf ein paar Punkte:

2. &quot;Du hältst hier ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, dass bei Computerspielen sich Qualität auf Grund von “Mund-zu-Mund-Propaganda” durchsetzt - aber definierst Du hier nicht einfach, dass das, was sich durchgesetzt hat, demenstprechend gut gewesen sein muss?&quot;

Nein. Nicht alles, was oben landet, ist gut. Musik ist das beste Beispiel: Kein Charts-Hit gefällt allen. Bei Download-Spielen ist es aber so, dass zurzeit die Spiele mit den besten Kritiken sich auch durchsetzen. Das ist (noch) anders als bei Retail-Produkten, wo ein großer Marketing-Aufwand stärker wirkt als beispielsweise Kritiken, so etwa geschehen bei Alone in the Dark. Das ist aber ein Phänomen, das sich nicht auf Videospiele im Allgemeinen übertragen lässt, sondern im Moment bei user-generated content und online verfügbaren, &quot;kleinen&quot; Spielen sich manifestiert.

Die Frage, was &quot;gut&quot; ist, ist natürlich schwer zu beantworten. Wenn aber kritische Betrachtung und Nutzerzahlen übereinstimmen, ist das für mich ausreichend.

3. &quot;Medien mit unveränderlicher physikalischer Form sind logischerweise beständiger als nur virtuell existierende.&quot;

Da stelle ich mal eine andere Hypothese dagegen: Die Informationsverteilung durch das Internet bzw. Online-Systeme ist ein entscheidender Faktor bei der Erhaltung von Inhalten, die anders nicht mehr existieren.

Früher haben die Menschen Tontafeln zur Informationsspeicherung verwendet, die Tausende von Jahren gehalten haben. Im Mittelalter gab es Pergament, das ebenfalls hunderte von Jahren hält. Papier heute hat nach Jahrzehnten schon Probleme. Da ist physikalisches Medium relevant.

Andererseits sind die Schriften der Antike alle nur virtuell erhalten geblieben. Wir kennen keine Originale von Aristoteles, Plato, Catilina, Alexander dem Großen etc. All das wurde über informationelle Systeme übertragen; abgeschriebene Bücher dienten als gesellschaftliches Gedächtnis, waren aber in der Regel nur in ein paar Exemplaren erhalten und mussten ständig erneuert werden. Jedes neue Exemplar enthielt neue Fehler. Was Speichersysteme für gesellschaftliches Wissen angeht, war Schrift der erste Schritt, Buchdruck der zweite, digitale Speicherung ist der dritte, und dezentrale Speicherung per Internet im Grunde der vierte.

Es gibt beispielsweise Software, die nur noch über das Internet verfügbar ist, weil irgendjemand sie privat erhalten hat und wieder verteilt, so dass sie anderswo repliziert wird und dadurch nicht verschwindet.

Inhalt, der einmal im Internet gespeichert ist, verschwindet in der Regel nicht mehr. Irgendwo hat irgendjemand eine Kopie davon abgelegt, die vielleicht nicht unmittelbar zugänglich, aber immer noch erreichbarer ist als ein antiquarisches, vergriffenes Buch, das nicht neu aufgelegt wird.

Das ist übrigens ein Grund, warum ich für die Digitalisierung von Bibliotheken  bin (ZUSÄTZLICH zum Papierbestand). Und wenn sie schon digitalisiert sind, gibt es keinen Grund, warum man den Bestand nicht auch online verfügbar machen sollte.

4. &quot;Und wenn Du die gedankliche Eigenleistung, die man beim Zocken von MMORPGs investierst, mit der vergleichst, die man bei einer klassischen Rollenspielrunde einfließen lassen muss, dann will ich nicht wissen, wie Deine Rollenspielrunden abgelaufen sind…&quot;

Es hängt ein bisschen davon ab, WIE du online rollenspielst. Schließlich gibt es ganze Server, die nur von Rollenspielern benutzt werden, die genauso das Einleben in eine Rolle erfordern wie ein anspruchsvoller Pen-and-Paper-Abend. Es ist sicherlich richtig, dass die Mehrheit der Spieler diese Möglichkeit nicht nutzt.

Das geht aber auch beim klassischen Rollenspiel. Auch da kannst du eine ganze Bandbreite an Intensität reinstecken. Manche Gruppen treffen sich nur für einen Run, um eine Horde NPCs plattzumachen. Manche Leute spielen gigantische Trolle in rosa Windeln mit einem Riesen-Lutscher als Waffe, die eine Flugzeugentführung verhindern müssen (so geschehen bei einem Shadowrun-Abend unter Bekannten).

Ich würde sagen, das erfordert immer noch weniger gedankliche Leistung, als beispielsweise einen akzeptablen Ranger für eine RPG-Gilde in Guild Wars abzugeben.

Das ist aber im Grunde ein Problem der Spieler, nicht des Mediums. Das World Wide Web (das ja wirklich nicht das ganze Internet umfasst) bietet jede Möglichkeit, sich auf jede erdenkliche Weise zu amüsieren, oder eben nicht. Dass die Nutzer einen Teil des Angebots nicht nutzen, ist deren Problem. Und da kommen wir zu dem Kern deines ursprünglichen Posts:

&quot;Das Internet gewöhnt uns die Beurteilung von Qualität ab.&quot;

Ich würde es anders formulieren: 

&quot;Menschen gewöhnen sich andere Qualitätskriterien an.&quot;

Da stelle ich die Frage, um die Diskussion mal weiterzubringen: Warum ist das schlecht? Die Diskussion erinnert mich ganz stark an die Diskussion um das Privatfernsehen. Das hat möglicherweise den allgemeinen Qualitäts-Standard im TV gesenkt, andererseits aber auch andere Kriterien des Erfolgs eingeführt (nämlich die schon kritisierten Einschaltquoten).

Aber auch das Privatfernsehen hat es nicht geschafft, die Tagesschau abzuschaffen. Leider hat es auch nicht geschafft, das Musikantenstadl zu versenken.

Jede Entwicklung hat ihr Gutes und ihr Schlechtes. Bei der von dir angesprochenen Virtualisierung der Lebenswelt sehe ich erstmal nur eine Veränderung, mit der die Gesellschaft als Ganze gerade lernt, zurecht zu kommen. Während auf der einen Seite das World Wide Web neue Kommunikationsformen schafft, die anders sind als beispielsweise Briefwechsel aus dem 18. Jahrhundert, erschließen sich Menschen darüber neue Wege, miteinander zu interagieren und für sie persönlich relevante Erfahrungen zu machen.

Das einzige, was das Internet tut, ist, die Signal-to-Noise-Rate der verfügbaren Informationen zu verschlechtern. Und das teilt die Gesellschaft in diejenigen, die daraus die relevanten Informationen filtern können, und die, die daran scheitern. Diese Aufteilung gab es schon immer, nur wird sie durch das Internet noch deutlich prononcierter.

Ich teile deinen Pessimismus nicht, weil ich auf dem Standpunkt stehe, dass guter Content in jeder Form fesselt. Wer im Internet nicht bei Shakespeare hängenbleibt, wird das auch zu Hause am Bücherregal nicht tun (wenn es denn eines gibt). Nur weil jemand auf einmal ein Buch im Internet statt im Laden findet, hört er doch nicht auf, das zu lesen! Wenn das Buch langweilig ist, ist es das auch auf Papier.

Warum sollte das Internet, wo hinter jedem Link neue Ablenkung lauert, schlimmer sein als das Fernsehen, wo hinter jedem Kanal neuer Schwachsinn wartet?

Bei der Einführung der Eisenbahn hatten die Leute Angst vor Lokomotiven, weil der Fahrtwind ihnen die Köpfe abzureißen drohte.

Mönche haben die ersten gedruckten Bibeln und Gesangbücher auf der Suche nach Fehlern durchgeblättert, weil sie nicht glaubten, dass jemand identische Kopien machen könne.

Jede neue Entwicklung hat ihre eigenen Probleme. Bisher hat es die Menschheit immer noch geschafft, diese Probleme in Schall und Rauch aufgehen zu lassen. Und das wird auch mit dem Internet so sein.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eine kurze Antwort auf ein paar Punkte:</p>
<p>2. &#8222;Du hältst hier ein leidenschaftliches Plädoyer dafür, dass bei Computerspielen sich Qualität auf Grund von “Mund-zu-Mund-Propaganda” durchsetzt &#8211; aber definierst Du hier nicht einfach, dass das, was sich durchgesetzt hat, demenstprechend gut gewesen sein muss?&#8220;</p>
<p>Nein. Nicht alles, was oben landet, ist gut. Musik ist das beste Beispiel: Kein Charts-Hit gefällt allen. Bei Download-Spielen ist es aber so, dass zurzeit die Spiele mit den besten Kritiken sich auch durchsetzen. Das ist (noch) anders als bei Retail-Produkten, wo ein großer Marketing-Aufwand stärker wirkt als beispielsweise Kritiken, so etwa geschehen bei Alone in the Dark. Das ist aber ein Phänomen, das sich nicht auf Videospiele im Allgemeinen übertragen lässt, sondern im Moment bei user-generated content und online verfügbaren, &#8222;kleinen&#8220; Spielen sich manifestiert.</p>
<p>Die Frage, was &#8222;gut&#8220; ist, ist natürlich schwer zu beantworten. Wenn aber kritische Betrachtung und Nutzerzahlen übereinstimmen, ist das für mich ausreichend.</p>
<p>3. &#8222;Medien mit unveränderlicher physikalischer Form sind logischerweise beständiger als nur virtuell existierende.&#8220;</p>
<p>Da stelle ich mal eine andere Hypothese dagegen: Die Informationsverteilung durch das Internet bzw. Online-Systeme ist ein entscheidender Faktor bei der Erhaltung von Inhalten, die anders nicht mehr existieren.</p>
<p>Früher haben die Menschen Tontafeln zur Informationsspeicherung verwendet, die Tausende von Jahren gehalten haben. Im Mittelalter gab es Pergament, das ebenfalls hunderte von Jahren hält. Papier heute hat nach Jahrzehnten schon Probleme. Da ist physikalisches Medium relevant.</p>
<p>Andererseits sind die Schriften der Antike alle nur virtuell erhalten geblieben. Wir kennen keine Originale von Aristoteles, Plato, Catilina, Alexander dem Großen etc. All das wurde über informationelle Systeme übertragen; abgeschriebene Bücher dienten als gesellschaftliches Gedächtnis, waren aber in der Regel nur in ein paar Exemplaren erhalten und mussten ständig erneuert werden. Jedes neue Exemplar enthielt neue Fehler. Was Speichersysteme für gesellschaftliches Wissen angeht, war Schrift der erste Schritt, Buchdruck der zweite, digitale Speicherung ist der dritte, und dezentrale Speicherung per Internet im Grunde der vierte.</p>
<p>Es gibt beispielsweise Software, die nur noch über das Internet verfügbar ist, weil irgendjemand sie privat erhalten hat und wieder verteilt, so dass sie anderswo repliziert wird und dadurch nicht verschwindet.</p>
<p>Inhalt, der einmal im Internet gespeichert ist, verschwindet in der Regel nicht mehr. Irgendwo hat irgendjemand eine Kopie davon abgelegt, die vielleicht nicht unmittelbar zugänglich, aber immer noch erreichbarer ist als ein antiquarisches, vergriffenes Buch, das nicht neu aufgelegt wird.</p>
<p>Das ist übrigens ein Grund, warum ich für die Digitalisierung von Bibliotheken  bin (ZUSÄTZLICH zum Papierbestand). Und wenn sie schon digitalisiert sind, gibt es keinen Grund, warum man den Bestand nicht auch online verfügbar machen sollte.</p>
<p>4. &#8222;Und wenn Du die gedankliche Eigenleistung, die man beim Zocken von MMORPGs investierst, mit der vergleichst, die man bei einer klassischen Rollenspielrunde einfließen lassen muss, dann will ich nicht wissen, wie Deine Rollenspielrunden abgelaufen sind…&#8220;</p>
<p>Es hängt ein bisschen davon ab, WIE du online rollenspielst. Schließlich gibt es ganze Server, die nur von Rollenspielern benutzt werden, die genauso das Einleben in eine Rolle erfordern wie ein anspruchsvoller Pen-and-Paper-Abend. Es ist sicherlich richtig, dass die Mehrheit der Spieler diese Möglichkeit nicht nutzt.</p>
<p>Das geht aber auch beim klassischen Rollenspiel. Auch da kannst du eine ganze Bandbreite an Intensität reinstecken. Manche Gruppen treffen sich nur für einen Run, um eine Horde NPCs plattzumachen. Manche Leute spielen gigantische Trolle in rosa Windeln mit einem Riesen-Lutscher als Waffe, die eine Flugzeugentführung verhindern müssen (so geschehen bei einem Shadowrun-Abend unter Bekannten).</p>
<p>Ich würde sagen, das erfordert immer noch weniger gedankliche Leistung, als beispielsweise einen akzeptablen Ranger für eine RPG-Gilde in Guild Wars abzugeben.</p>
<p>Das ist aber im Grunde ein Problem der Spieler, nicht des Mediums. Das World Wide Web (das ja wirklich nicht das ganze Internet umfasst) bietet jede Möglichkeit, sich auf jede erdenkliche Weise zu amüsieren, oder eben nicht. Dass die Nutzer einen Teil des Angebots nicht nutzen, ist deren Problem. Und da kommen wir zu dem Kern deines ursprünglichen Posts:</p>
<p>&#8222;Das Internet gewöhnt uns die Beurteilung von Qualität ab.&#8220;</p>
<p>Ich würde es anders formulieren: </p>
<p>&#8222;Menschen gewöhnen sich andere Qualitätskriterien an.&#8220;</p>
<p>Da stelle ich die Frage, um die Diskussion mal weiterzubringen: Warum ist das schlecht? Die Diskussion erinnert mich ganz stark an die Diskussion um das Privatfernsehen. Das hat möglicherweise den allgemeinen Qualitäts-Standard im TV gesenkt, andererseits aber auch andere Kriterien des Erfolgs eingeführt (nämlich die schon kritisierten Einschaltquoten).</p>
<p>Aber auch das Privatfernsehen hat es nicht geschafft, die Tagesschau abzuschaffen. Leider hat es auch nicht geschafft, das Musikantenstadl zu versenken.</p>
<p>Jede Entwicklung hat ihr Gutes und ihr Schlechtes. Bei der von dir angesprochenen Virtualisierung der Lebenswelt sehe ich erstmal nur eine Veränderung, mit der die Gesellschaft als Ganze gerade lernt, zurecht zu kommen. Während auf der einen Seite das World Wide Web neue Kommunikationsformen schafft, die anders sind als beispielsweise Briefwechsel aus dem 18. Jahrhundert, erschließen sich Menschen darüber neue Wege, miteinander zu interagieren und für sie persönlich relevante Erfahrungen zu machen.</p>
<p>Das einzige, was das Internet tut, ist, die Signal-to-Noise-Rate der verfügbaren Informationen zu verschlechtern. Und das teilt die Gesellschaft in diejenigen, die daraus die relevanten Informationen filtern können, und die, die daran scheitern. Diese Aufteilung gab es schon immer, nur wird sie durch das Internet noch deutlich prononcierter.</p>
<p>Ich teile deinen Pessimismus nicht, weil ich auf dem Standpunkt stehe, dass guter Content in jeder Form fesselt. Wer im Internet nicht bei Shakespeare hängenbleibt, wird das auch zu Hause am Bücherregal nicht tun (wenn es denn eines gibt). Nur weil jemand auf einmal ein Buch im Internet statt im Laden findet, hört er doch nicht auf, das zu lesen! Wenn das Buch langweilig ist, ist es das auch auf Papier.</p>
<p>Warum sollte das Internet, wo hinter jedem Link neue Ablenkung lauert, schlimmer sein als das Fernsehen, wo hinter jedem Kanal neuer Schwachsinn wartet?</p>
<p>Bei der Einführung der Eisenbahn hatten die Leute Angst vor Lokomotiven, weil der Fahrtwind ihnen die Köpfe abzureißen drohte.</p>
<p>Mönche haben die ersten gedruckten Bibeln und Gesangbücher auf der Suche nach Fehlern durchgeblättert, weil sie nicht glaubten, dass jemand identische Kopien machen könne.</p>
<p>Jede neue Entwicklung hat ihre eigenen Probleme. Bisher hat es die Menschheit immer noch geschafft, diese Probleme in Schall und Rauch aufgehen zu lassen. Und das wird auch mit dem Internet so sein.</p>
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