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Offenbar bin ich ja bei Weitem nicht der Einzige, der noch nie zuvor etwas von Herta Müller gehört hatte, aber das ist schon in Ordnung – sie soll ja für die Qualität ihrer Werke geehrt werden (die ich natürlich erst recht nicht beurteilen kann, aber ich muss wohl nicht bezweifeln, dass sie sehr gute Bücher geschrieben hat) und nicht für ihre Popularität, sonst müsste der Literaturnobelpreis ja an Wolfgang Hohlbein, Dan Brown oder Joanne Rowling gehen – nicht wahr?
So jedenfalls lautet mein Verständnis dieses Preises: Qualität, nicht Popularität sollte ausgezeichnet werden! Und eigentlich hätte ich genau das auch beim Friedensnobelpreis erwartet, aber, tja…
Sicher: So wie die allermeisten Europäer habe ich mich sehr gefreut, dass Obama die Wahl zum US-Präsidenten gewonnen hat, aber eben auch sofort vor überzogenen Erwartungen gewarnt. Obama ist ein Hoffnungsträger, und die in ihn gesetzten Hoffnungen sind so groß, dass er sie niemals erfüllen kann, aber nichtsdestotrotz ist ein US-Präsident, der Hoffnungsträger ist, natürlich sehr viel wert!
Aber… den Friedensnobelpreis? Wofür? (mehr…)
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Ich habe wieder einmal ausführlichst fremdkommentiert, anstatt gleich einen eigenen Blogeintrag zu verfassen – eine schlechte Angewohnheit, die ich einfach nicht mehr loszuwerden scheine! Ich muss mich wohl daran gewöhnen, immer mal wieder mich selbst zu zitieren. Anlass war ein Eintrag von Roman Möller, in dem er die Forderung der FDP nach einer Lockerung des Kündigungsschutzes kritisierte.
Die Lockerung des Kündigungsschutzes ist für mich irgendwie der umgekehrte Fall des Mindestlohns. Beides ist von der grundlegenden Idee her eigentlich eine selbstverständliche Forderung: NATÜRLICH muss man von seiner Arbeit leben können, und NATÜRLICH muss ein Unternehmer die Möglichkeit haben, seinen Arbeitnehmerbestand an die wirtschaftliche Situation anzupassen!
In beiden Fällen ist aber das Problem, (mehr…)
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Noch nie empfand ich den inneren Widerstreit dazwischen, mich einerseits verpflichtet zu fühlen, zu einem Thema etwas zu schreiben, und andererseits Unlust zu verspüren, es tatsächlich zu tun, so sehr wie dieses Mal. Je näher die Bundestagswahl rückte, desto apathischer wurde ich. Es war doch eigentlich schon alles gesagt, und nicht nur einmal; nun blieb nur noch zuzusehen, wie die Katastrophe pünktlich mit der ersten Hochrechnung sonntags um 18 Uhr auch tatsächlich hereinbrach.
Es gibt auch nichts zu beschönigen. Zwar haben manche Wahlprognosen der letzten Wochen noch versucht, falsche Hoffnungen zu wecken, aber ein Absturz von 34% auf 23% bei der SPD ist absolut eindeutig: Am 27. September 2009 ist in Deutschland eine Volkspartei gestorben.
Und das völlig zu Recht! (mehr…)
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Nach einer Wahl gibt es ja bekanntlich immer nur Sieger. Bei den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und dem Saarland ist die CDU Sieger, weil sie überall die stärkste Partei ist; die Linke, die FDP und die Grünen sind Sieger, weil sie kräftig Stimmen hinzugewonnen haben; und die SPD ist Sieger, weil… ja, da braucht man schon ziemlich viel Fantasie, nicht wahr? Aber keine Sorge, diese Fantasie besitzen die Sozialdemokraten: Die SPD ist Sieger, weil es (in zwei von drei Fällen zumindest) nicht für Schwarz-Gelb reicht – aha!
Wie verlogen muss man eigentlich sein, um diesen Umstand als Erfolg für die SPD zu verbuchen? (mehr…)
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Mehr Geld für alle!
Kennt Ihr diesen Spruch? Ich bin ihm zum ersten Mal in den Achtzigern begegnet (jaja, so alt bin ich), als Graffiti irgendwo auf einer Mauer zu Wahlkampfzeiten. Meiner Erinnerung nach war das damals ein typischer Sponti-Spruch, der die großkotzigen, leeren Wahlversprechen der Politiker auf die Schippe nahm. (Die Achtziger – das war die Zeit, als Eberhard Dieppgen in Berlin Regierender Bürgermeister wurde, nachdem die CDU die ganze Stadt – also, die ganze westliche Hälfte, natürlich – mit Dackelplakaten vollgekleistert hatte. Der war aber auch niedlich gewesen! (Der Dackel, nicht Diepgen.))
Klar ausgedrückt: Die Parole „Mehr Geld für alle!“ war eine Satire. Eine Verhohnepiepelung. Eine Verarschung. Was ich damit sagen will: Die Idee hinter diesem Spruch war, dass niemand so dumm sein würde, auf eine dermaßen platte, bauernfängerische Parole hereinzufallen; und natürlich, dass deswegen auch niemand eine solche Parole im Wahlkampf benutzen würde.
Jetzt gehe ich neulich nichtsahnend durch die Berliner Straßen, da grinst mich Herr Gregor Gysi von einem Plakat an, auf dem geschrieben steht: „Reichtum für alle“! Und wieder einmal stelle ich fest, dass es unmöglich ist, Satire zu machen, die von der Realität nicht überholt wird. Mehr Populismus geht einfach nicht! (Und ich will auch gar nicht, dass ALLE reich sind, nur ich – wo bleibt denn sonst der Spaß?)
Ich weiß nicht, was schlimmer ist – Gysis grinsendes Konterfei über diesem hirnlosen Slogan oder die ausladenden Brüste der CDU-GMILF Vera Langsfeld. Der Wahlvorgang ist sowieso schon eine ekelhafte Angelegenheit, aber muss dieser Ekel jetzt auch schon gezielt durch derartige visuelle Reize ausgelöst werden? Ich will den Dackel zurück!
Ohne besonderen Zusammenhang zum vorigen Thema will ich Euch als Abschluss noch ein Link setzen. Und wenn Ihr wirklich glaubt, dass die Betreiber von Atomkraftwerken kompetenter arbeiten, dann wählt doch bei der Bundestagswahl Schwarz-Gelb. Für eine strahlende Zukunft. Ich meine, wie kann Atomenergie unsicher sein, wenn es doch Menschen gibt, die ihre Sicherheit überwachen?
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Für den Europawahlkampf hat die SPD ja eine neue Strategie entdeckt: Sie präsentiert nicht etwa ein eigenes Image, nein – stattdessen karikiert sie ihre Konkurrenten: Die CDU als Lohn-Dumper, die FDP als Finanzhaie und die Linke als Produzenten heißer Luft. So weit, so richtig: Damit sind diese Parteien durchaus treffend beschrieben, und somit vermitteln die Sozialdemokraten dem Wähler stichhaltige Gründe, diese nicht zu wählen. (Man beachte übrigens, dass die Grünen als einzige übrige nennenswerte Partei in Ruhe gelassen werden – ob das daran liegt, dass um den einstigen Koalitionspartner wieder gebuhlt werden soll, oder ob es halt nicht ganz so einfach ist, die Grünen treffend mit einem einzigen Vergleich abzuqualifizieren, sei dahingestellt.) So weit, so gut. Aber was genau wäre denn nun ein Grund, SPD zu wählen? Das Ausschlußverfahren alleine wäre ja noch nicht eindeutig, denn die Grünen werden ja nicht angegriffen… Diese Kampagne ist ja nun schon mehrfach veräppelt worden. Einen richtig treffenden Vergleich habe ich für die SPD noch nicht gelesen. Meiner Ansicht nach wäre ein überfließendes Glas Wasser der geeignete SPD-Kopf: Ob man damit nun darauf hinweist, dass die SPD ungefähr genau so viel Profil besitzt wie ein Schluck Wasser, oder darauf dass sie sich in den letzten Jahren in der Parteienlandschaft immer überflüssiger gemacht hat, das kann man sich dann aussuchen. Ist die Strategie „Na ja, über uns gibt es auch nichts Gutes zu sagen, aber zumindest nicht so viel Schlechtes wie über die anderen“ also nicht ein wenig dünne? (mehr…)
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Und sie wollen schon wieder zuschlagen:
Klar doch: Einerseits wird der männliche Teil unserer Bevölkerung dazu zwangsverpflichtet, sich den Umgang mit Schusswaffen beibringen zu lassen, und andererseits wird Paintball verboten, weil es das Töten simuliert…
Diese ganze heuchlerische, inkompetente und korrupte Bande, die sich unsere Regierung schimpft, sollte man allesamt an die Wand stellen und abknallen!
(Natürlich nur mit Farbkugeln. Vielleicht begreifen sie ja dann den Unterschied?)
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Die Wahl eines neuen NATO-Chefs wäre für mich eigentlich nicht gerade ein besonders interessantes Thema gewesen, aber die besonderen Umstände diesmal konnte ich nicht ignorieren: Da wäre die Wahl des dänischen Ministerpräsidenten Rasmussen doch um ein Haar am Veto der Türkei gescheitert, weil diese sich daran störte, dass Rasmussen im Karikaturenstreit damals die Pressefreiheit betont und sich nicht etwa dafür entschuldigt hatte, dass eine Zeitung in seinem Land davon Gebrauch gemacht hatte! (mehr…)
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In der Diskussion um meinen vorigen Beitrag, Parteienfrust, ist ein interessantes Thema aufgekommen: Wie soll man damit umgehen, wenn man sich mit den etablierten Parteien nicht identifizieren kann? Ist es dann sinnvoll, eine Splitterpartei zu wählen, um seinen eigenen Überzeugungen treu zu bleiben?
Nehmen wir als Beispiel die Piraten-Partei (mehr…)
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