Deutschland sucht den Bundespräsidenten

Posted on Juni 26, 2007


Neben all den wichtigen Themen der Tagespolitik ist in den Nachrichten wieder einmal der Vorschlag, den Bundespräsidenten direkt zu wählen, aufgetaucht. „Wie das Ungeheuer von Loch Ness“, wie Altbundespräsident Roman Herzog nicht ganz unzutreffend gesagt haben soll.

Ein direkt vom Volk gewählter Präsident besäße eine stärkere demokratische Legitimation und wäre weniger den Einflüssen von Parteipolitik unterworfen, so ähnlich geht die Argumentation des aktuellen Bundespräsidenten Horst Köhler.

Eigentlich eine Klasse-Idee, oder? Genaugenommen braucht der Bundespräsident dann ja gar kein Parteibuch mehr zu besitzen. Politiker sind sowieso unbeliebt, warum sollte das deutsche Volk also einen Politiker für ein politisches (naja, eigentlich fast nur repräsentatives) Amt wählen? Die Amerikaner haben es wieder einmal vorgemacht: Schauspieler sind doch viel populärer!

Nur blöd, dass Klausjürgen Wussow gerade gestorben ist. Harald Juhnke und Inge Meysel sind sogar schon etwas länger tot. Und Arnold Schwarzenegger ist erstens Österreicher und zweitens bereits in Amiland beschäftigt (ist das jetzt gut oder schlecht, wenn die Österreicher Politiker heute statt nach Deutschland in die USA exportieren?)

Müssen es denn Schauspieler sein? Die Unterhaltungsbranche stellt schließlich noch andere Prominente bereit. Günther Jauch zum Beispiel macht sowieso im Fernsehen schon alles, sieht allerdings wie ein typischer FDP-Politiker aus und kommt daher nicht in Frage. Sabine Christiansen hat ein ähnliches Problem. Thomas Gottschalk käme vermutlich mit der Kleiderordnung bei Staatsempfängen nicht zurecht. Loriot wäre sich dafür wohl zu schade. Und Otto ist Ostfriese, das ist ja auch so eine Art Österreicher.

Letztlich liefe es wohl auf ein Duell zwischen Dieter Bohlen und Stefan Raab hinaus. Das ergäbe bestimmt faszinierende Wahlkampfdiskussionen!

Bohlen: „Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg.“

Raab: „Respekt!“

Überhaupt, wenn wir den Bundespräsidenten schon per Direktabstimmung wählen, warum denn nicht gleich live im Fernsehen? Wenn die Wahlrufnummer 1,86 Euro pro Minute kostet, kann man bei der Gelegenheit gleich etwas für den Bundeshaushalt tun. Und an Stelle dröger Sachdiskussionen könnte man die beiden Kandidaten in einer fairen Mischung aus DSDS und „Schlag den Raab“ antreten lassen.

Mehr Demokratie wagen! Gebt dem deutschen Volk, was es wirklich will – und was es wirklich verdient!

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