Amok-Berichterstattung verliert sich in Nebensächlichkeiten

Posted on März 11, 2009


Nun schaut Euch doch dies hier einmal an.

Da liest man dann einen solchen Satz: „Die Eltern des 17-Jährigen sollen laut „Bild“ im Besitz von 18 Waffen gewesen sein.“

Was ist das nur für ein unseriöser Journalismus, der eine Verbindung zwischen diesem Amoklauf und dem Besitz von Waffen herstellt? Ach ja, Bild natürlich – und Spiegel Online übernimmt das auch noch einfach so!

Ich bin enttäuscht. Warum kommt die Presse hier nicht ihren journalistischen Pflichten nach und konzentriert sich auf die wesentlichen Fakten: Besaß der Amokläufer einen Computer? Spielte er Counterstrike? Hörte er Heavy Metal?

Wieder einmal wird die Ursachenforschung von Anfang an in eine Richtung gelenkt, wo sie zwangsläufig im Oberflächlichen versickern muss. Nicht Waffen töten Menschen – Menschen töten Menschen, und diese Menschen werden durch Killerspiele und satanistische Musik dazu getrieben! Wer einen Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Schusswaffen und ihrer Benutzung herbeireden will, lenkt damit nur von den absehbaren Folgen unseres verantwortungslosen liberalen Umgangs mit den Vorreitern des moralischen Verfalls in unserer Gesellschaft ab und rückt harmlose, moralisch untadelige Waffenbesitzer in die Nähe jenes verwahrlosten Geschmeiß‘, welches seine anarchistische Zerstörungswut zuerst mit virtuellem Geballer und dem Hören von Teufelsmusik kultiviert, bis es eines Tages unweigerlich solche widerlichen Gewalttaten begeht.

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Posted in: Medien