Kondome, Killerspiele und Kinderkader

Posted on März 19, 2009


Ich will nur wieder einmal darauf hinweisen:

Die Benutzung von Kondomen verschlimmert das AIDS-Problem

So also der Stellvertreter Gottes auf Erden. Holocaust-Leugner halte ich da im Vergleich für harmlos…

Oh, und dann sollte man auch dieses hier erwähnen:

Mann tötet Frau und Kind

Darin liest man: „Das Motiv für die Tat ist bislang völlig unklar.“ Als wenn Familenväter keine Killerspiele auf ihrem Computer haben könnten! Und jeder weiß doch, dass die aus harmlosen Menschen Mörder machen. Pornos wird man bei ihm gewiss auch finden. Ach ja, und „mehrere“ Waffen hat er besessen, aber das ist ja normal.

Und wie ist dies hier:

Im rechtsextremen Dunkelfeld

Rechts ist wieder in. Auch bei so manchem Kommentar, den ich zuletzt gelesen habe, drängte sich mir der Verdacht auf, dass Arbeitslager, Volksempfänger und Bücherverbrennungen vielleicht bald wieder in Mode kommen könnten.

Naja, wie wäre es denn mit einem konstruktiven Vorschlag: Man könnte arbeitslosen Menschen doch die Benutzung von Kondomen verbieten! Menschenunwürdig ist das ja offensichtlich nicht, sondern im Gegenteil sogar gottgefällig. AIDS wäre dann keine Schwulenkrankheit mehr, sondern eine Arbeitslosenkrankheit. Vielleicht ließe sich ja so endlich die angestrebte Vollbeschäftigung… Aber halt, nein, in Afrika schafft es diese Krankheit ja auch nicht, mehr Menschen umzubringen, als durch die fehlende Verhütung geboren werden. (So vermehren sich nämlich die Katholiken.) Das war also eine dumme Idee.

Aber was soll ich machen? Wenn ich solche Nachrichten lese, fällt es mir eben schwer, noch dämlichere und ensetzlichere Dinge als diese entsetzlich dämlichen Dinge zu erfinden. Na gut, einen Versuch habe ich noch: Die Kirche könnte doch zum Beispiel darauf hinweisen, dass durch Abtreibungen jährlich viel mehr Menschenleben ausgelöscht werden als durch Amokläufe und eine Initiative „Gegen Killerspiele, Killerkliniken und Kondome!“ starten… ach verdammt, damit hinke ich wiederum der Realität hinterher.

Wenn sich Realität und Absurdität längst überlappen, wo bleibt da noch Platz für Satire?

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Posted in: Gesellschaft