Schneller, höher, billiger

Posted on August 18, 2009


Chickenfood hat zu Recht mit mir geschimpft, dass ich dieses Blog hier so lange vernachlässige. Aber was soll ich schon schreiben, was ich nicht bereits geschrieben habe? Es passieren doch immer die selben Dinge in der Welt, aus immer den selben Gründen…

Naja, ich will mal ein paar kurze Kommentare zu aktuellen Themen abgeben:

Sklaven am Wok ist ein Artikel, der vordergründig von Kriminalität handelt, aber tatsächlich eigentlich nur beschreibt, wie Kapitalismus prinzipiell funktioniert: Wer sich keiner illegalen Methoden bedient, der ist nicht konkurrenzfähig. Ab und zu wird jemand erwischt, der Zwangsarbeiter beschäftigt, Gutachter besticht, Sicherheitsbestimmungen ignoriert, Ruhezeiten vernachlässigt, Sondermüll verklappt oder was auch immer, aber am Prinzip ändert sich nichts: Der Wettbewerb ist hart, und wer sich an die Gesetze hält, hat einen nicht aufzuholenden Nachteil.

In diesem Zusammenhang: Jäger der Hundertstelsekunde – es glaubt doch wohl weltweit niemand wirklich, dass dieser Fabelrekord ohne illegale Substanzen zustandegekommen sein könnte? Nur, man kann eben nichts nachweisen. Leichtathletik ist, ebenso wie Radsport und „höher, schneller, weiter“-Sportarten allgemein doch nichts anderes als ein Wettbewerb, wer am geschicktesten die Dopingbestimmungen umgeht. Wer sich an die Regeln hält, hat einen nicht aufzuholenden Nachteil.

Sport und freie Marktwirtschaft – beide funktionieren so, dass sie diejenigen, die nach ihren Gesetzmäßigkeiten Erfolg haben wollen, effektiv dazu zwingen, gegen Regeln zu verstoßen. Doch anstatt die Systemfrage zu stellen, beklagen die meisten Menschen nur die schlimmsten Auswüchse.

Schließlich wollen wir doch alle immer neue Rekorde und immer billigeres Fastfood, nicht wahr?

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Posted in: Gesellschaft