Ein Weltuntergang zu Weihnachten

Posted on Dezember 21, 2009


Ich verbringe, so wie die meisten Menschen auf unserer Wohlfahrts- und Wohlfühlinsel Deutschland, die meiste Zeit des Jahres damit, die Welt weitgehend zu verdrängen. Ausgerechnet zu Weihnachten allerdings, wenn die Heuchelei von der heilen Welt ihren Höhepunkt erreicht, gelingt mir dies regelmäßig nicht mehr.

Hier in Deutschland HABEN wir bereits Weihnachten – das ganze Jahr über! Wir essen täglich so gut, wie die Menschen in vielen anderen Ländern vielleicht (aber auch nur vielleicht!) an Festtagen. Wir leben weitgehend sorglos – ohne Sorge um Leib und Leben, bedeutet das! – während an unzähligen Orten in der Welt Krieg herrscht. Wir haben Frieden, und wir haben Wohlstand – nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr.

Weihnachten, das bedeutet doch, sich gemütlich und warm daheim einzukuscheln, während draußen bitterkalter Winter herrscht. Eis und Schnee sind etwas Schönes, wenn man sie jederzeit aus seinem Leben aussperren kann. Aber wie lange können wir Wind und Wetter noch in ein „draußen“ verbannen?

Der Klimawandel kommt, bzw. er passiert bereits. Und natürlich unternimmt die Menschheit NICHTS, um ihn aufzuhalten. Der Klimagipfel in Kopenhagen erbrachte genau das Ergebnis, das zu erwarten war, nämlich gar keines. Keiner der Politiker dort will unsere Welt retten – und warum nicht? Weil er kein Mandat dazu hat. Weil niemand wirklich den ersten Schritt machen will. Weil wir nur bereit sind die Welt zu retten, wenn es uns nichts kostet.

Weihnachten, das bedeutet in Deutschland eine Orgie an Verschwendung von Energie und Rohstoffen. Wir kaufen das ganze Jahr über überflüssiges Zeugs, aber Weihnachten ist der eindeutige Höhepunkt. Unser Weihnachten bedeutet, einer in den Abgrund trudelnden Welt noch einmal einen besonders kräftigen Tritt zu geben.

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Posted in: Weltschmerz