Die Deutsche Bank schließt ihre Türen

Posted on April 3, 2010


Manchmal benutzt man sein Blog ja auch einfach nur, um sich aufzuregen. So heute und hier: Da gehe ich also nichtsahnend, wie schon so oft, zur Deutschen Bank am Hermannplatz, um am EC-Automaten einige Geldgeschäfte zu tätigen, da stehe ich vor verschlossener Tür! Daran ein Schild: Um die Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit des Selbstbedienungsbereiches zu gewährleisten, ist dieser nunmehr nur noch Montag bis Freitag von 6 bis 20 Uhr zugängig!

Aalsoo… ich muss das wohl so verstehen: Wenn die Automaten so wie bisher jeden Tag der Woche bis 22 Uhr zugängig wären, gefährdete dies ihre Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit… häh? Und was tut die Deutsche Bank nun, um O, S & S in den oben genannten Zeiten zu gewährleisten? Stellt sie da außerhalb der Schalteröffnungszeiten ein Männeken vom Sicherheitsdienst mit Schaufel und Eimer hin?

Der Sinn des automatisierten Bankings war für mich immer derjenige gewesen, dass ich auch nachts und am Wochenende Geld abheben, meinen Kontostand abrufen und Überweisungen tätigen kann. (Auch ein ab 22 Uhr nicht mehr einsatzbereiter Automat stört da manchmal bereits – es kommt schließlich gelegentlich vor, dass man nachts unterwegs ist und Bargeld benötigt!) Das ist SERVICE. Dafür zahle ich meine Kontogebühren.

Für die Deutsche Bank scheint der Sinn dieser Automaten allerdings eher derjenige zu sein, dass Kunden mehr oder weniger zu den normalen Banköffnungszeiten bei ihnen auftauchen, dabei aber auf persönliche Bedienung verzichten und sich stattdessen vor den Maschinen anstellen. Damit wird der Selbstbedienungsbereich auf die Funktion reduziert, Personal einzusparen.

Ach ja: Außerdem befand sich an der Tür auch noch ein Hinweis, dass man sich an die „Cash Group Partner“ der Deutschen Bank wenden könne. Mir war dieser Begriff vorher noch nicht untergekommen, und der Aushang trug auch nicht zur Aufklärung bei: Weder wurden die „Cash Group Partner“ namentlich genannt (laut Wikipedia handelt es sich dabei um die Commerzbank, die HypoVereinsbank, die Dresdner Bank und die Postbank), noch wurde die Adresse der nächstgelegenen dieser Banken (mit einem automatisierten Service-Bereich) genannt, und schon gar nicht wurde erläutert, zu welchen Zeiten deren Service-Bereiche zugängig sind, welche Services sie anbieten (Geld abheben, Geld einzahlen, Kontostand einsehen, Überweisungen tätigen, Daueraufträge einrichten/stornieren/ändern?), und ob und welche Gebühren diese Banken dafür erheben!

Also – wenn die Deutsche Bank es schaffen will, dass ein in solchen Dingen höchst phlegmatischer Mensch wie ich seinen Kontoanbieter wechselt, dann sind sie auf dem besten Weg! Nur: Sind andere Banken eigentlich besser? Oder wenigstens billiger? Ich sollte mich auf jeden Fall einmal umsehen!

(Diesen Eintrag habe ich in die Kategorie „Rezension“ eingeordnet. In Schulnoten ausgedrückt, erhält die Deutsche Bank für ihren Service hiermit ein glattes Ungenügend!)

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Posted in: Rezension, Wirtschaft